Fazit unserer Reise – Myanmar

Was uns gefallen hat…

Menschen

Die Menschen sind so unfassbar freundlich und fröhlich, obwohl sie zum Teil sehr am sind. Es wird einem immer mit einem Lächeln geholfen, wenn man nicht mehr weiter weiß. Die wenigen Menschen, die wirklich nur an ihr Geschäft denken, fallen gar nicht ins Gewicht. Außerdem hat uns sehr gefallen, dass die Einheimischen sehr aufgeschlossen sind gegenüber anderen Kulturen. Wir waren des öfteren selbst eine Attraktion, aber das ist niemals bedrängend sondern einfach total freundlich interessiert. Und wenn man selbst Fotos von Einheimischen macht, finde ich sollte man nichts dagegen haben, wenn die anderen auch ein Foto mit uns haben wollen.

Landschaft

Das Land Myanmar bietet die vielseitigsten Landschaften, Berge, Meer, weite Ebenen und wunderschöne Seen und Flüsse. Auch klimatisch geht es von sauheiß bis zu relativ kühl (Inle-Lake). 

Hilfsbereitschaft

Auf unserer Reise waren wir oft darauf angewiesen, dass alles wie am Schnürchen klappt. Sei es Bus, Taxi, Zug oder Fahrrad. Die Menschen bemühen sich hier jedem das Reisen so einfach wie möglich zu machen. Die Hotels sind immer bereit das Busticket zu ordern oder ein Taxi zu einem annehmbaren Preis bestellen. Selten haben wir soviel Unterstützung erfahren, wie hier. Vor allem die vielen Busfahrten und deren Organisation hatten uns vor unserer Reise ein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Die Informationen zu Bus und Zug, die wir im Vorfeld gefunden hatten stimmten größtenteils, wenn auch nicht immer. Manchmal erfuhren wir auch das komplette Gegenteil, aber weiter gekommen sind wir immer. Was uns ebenfalls fasziniert hat ist, dass unser Reiseplan fast perfekt gestimmt hat, trotz manchmal spärlicher Informationen.

Bier 

ABC, Dagon, Mandalay bis hin zum Myanmar Bier waren alle für asiatische Verhältnisse echt lecker und haben unsere Sehnsucht nach Weißbier etwas gelindert.

Tradition und Religion

Sehr gefallen hat uns ebenfalls, dass die Birmesen sehr traditionsbewusst und religiös sind. Toll fanden wir vor allem die Longyi`s, die auch von den Männern traditionell getragen werden. Die Frauen tragen bunt gemusterte, während den Männern Karos und Streifen vorbehalten sind.

Wetter

Während ihr Zuhause zum Teil bitter gefroren habt, hatten wir hier ständig um die 33°C und haben uns vor allem am Strand die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Die ganze Zeit über hat es hier kein einziges Mal geregnet. Noch Fragen?!

 

Was uns tierisch auf die Nüsse ging…

Essen

Wir waren aus Thailand eine andere Küche gewohnt und dachten eigentlich auch, dass die Nähe zu Indien kulinarische Köstlichkeiten ins Land gebracht hätten. Leider Fehlanzeige... Es gibt viel Einfluss aus China. Darunter Hühnerfüsse oder auch Haiflossen (Gott bestrafe jeden der diesem wunderbaren Tier das antut!!!). In Sachen Essen ist man hier eher nicht so gut beraten!

Hupen

Wir hatten es ja bereits in einem Blogeintag erwähnt. Ich kann es hier nur nochmal erwähnen...Es nervt.!!! Hier wird überall gehupt, sodass man teilweise fast mit einem Herzinfakt die Straße langgeht. Wir waren teilweise soweit, dass wir den nächsten Hupenden ins Gesicht gepantscht hätten!

Ausgehmöglichkeiten

Eigentlich völlige Fehleranzeige! Die Birmesen stehen mit dem Aufgang der Sonne auf und eigentlich auch mit dem Untergang dieser wieder ins Bett. Restaurants schließen teilweise bereits um 22:00. Bei einer Silvesterparty wird ab 23:00 kein Bier mehr ausgeschenkt was für uns völlig inakzeptabel ist! Wer feiern will ist hier fehl am Platz!

Infrastruktur

Straßen und Schienen sind in einem völlig kaputten Zustand. Man benötigt teilweise für Strecken von Luftlinie 150km mit dem Bus 14h. Die Busse selbst sind dann völlig runtergekühlt, sodass selbst Birmesen mit Decke und Mütze drin sitzen. Hier muss dringend was gemacht werden, sonst wird das Land dem Besucheransturm nicht Herr!

Hygiene

Es mangelt hier leider völlig an der Sauberkeit. Wer sich auf den Straßen umsieht und dem ein oder anderen Garküchenbesitzer über die Schulter schaut, hat gleich kein Appetit mehr. Im Hostel oder Hotel wird es auch nicht besser. Während unserer Reise haben wir mit Ausnahme unseres Letzten Hotels und in Bago jede Nacht jemanden kotzen gehört. Bianka mit eingeschlossen! Essen ist hier wie Lotto spielen. Entweder man wird krank oder nicht! Da hilft auch die goldene Regel "Cook it, peel it, or forget it" nichts.

Umweltbewusstsein

Der Birmane kennt keinerlei Umweltschutz. Jeder Artikel (sei er noch so klein) wird in eine Plastiktüte gesteckt. Wir haben diese dann immer gleich bereits im Laden gelassen um etwas umdenken anzuregen. Draußen wirft jeder seinen Abfall auf die Straße, als wäre es im sch... egal. Im Graben liegen unzählige Plastikflaschen die mit Betelschlotze gefüllt sind und bei jedem Busstopp aus dem Fenster fliegen. Autos oder LKWs mit Russpartikelfilter zählen hier nicht zum Standard. Teilweise sieht man Kisten rumfahren die eine Wolke hinter sich herziehen, als wäre hinter dem Fahrzeug eine Gewitterwolke. Die meisten Busse haben ihren Zenit bereits vor 20 Jahren überschritten sind aber immer noch auf der Straße unterwegs. Wir hatten oftmals das Gefühl, dass die Leute es aber einfach nicht verstehen was sie da machen, da ihnen einfach die Bildung gefehlt hat zu begreifen, was sie sich und ihrer Umwelt antun.  Umweltschutz sieht anders aus! Der Nachholbedarf ist immens!

Klopapier

Thailand war bereits dünn aber das hier war teilweise ein Witz. Wir waren teilweise so paranoid, dass wir uns in Hotels wo es etwas dicker war eine Reserverolle mitgenommen haben. Man kann ja nie wissen was einem in der nächsten Unterkunft erwartete

Preise

Myanmar ist ein teures Pflaster im Vergleich zu anderen südostasiatischen Staaten, besonders auffällig ist, dass die Verhältnisse zueinander nicht stimmen. Man bekommt einen guten Longyi für bereits 1000 Kyat während das Bier in Restaurants 2500 Kyat kostet. Vor allem überzogen sind jedoch zum Großteil die Preise für die Unterkünfte wir hatten zum Teil für 25$ ein Dreckloch und dafür in Bagan für 55€ pro Nacht ein super Hotel mit Pool und gutem Frühstück. Man sollte sich das Hotel gut aussuchen. Wir haben hier auch Großteils unsere Unterkünfte über Expedia gebucht, weil wir keine Experimente mehr wollten. Unverschämt sind auch die Eintrittsgelder, die fast immer nur von den Touristen bezahlt werden müssen. Und wenn auch mal die Einheimischen zahlen müssen, zahlen sie weniger als die Ausländer. 

Unsere Fahrzeiten

  • 2h von Yangon nach Bago (Zug)
  • 5h von Bago nach Kinpun (Bus)
  • 4h von Kinpun nach Hpa-an (Bus)
  • 12h von Hpa-an nach Mandalay (Bus)
  • 14h von Mandalay nach Hsipaw (Zug)
  • 14h von Hsipaw nach Nyaung Shwe/ Inle- Lake (Bus)
  • 10h von Nyaung Shwe nach Bagan (Bus)
  • 8h von Bagan nach Yangon (Bus)
  • 3h von Yangon nach Pathein (Bus)
  • 1,5h von Pathein nach Ngwe saung (Bus)
  • 7,5h von Ngwe saung nach Yangon (Bus)

Gesamtzeit in Bus und Bahn: 81h (fast 3,5 Tage)

4 Kommentare

  1. AvatarKevin G.

    Hey ,

    Sind echt tolle Bilder geworden. Wie viele habt ihr denn insgesamt geschossen?

    Was total toll ist, ist über die kalte Jahreszeit, in ein heißes Land zu fliegen (mit 33 Grad). Schönes Lebensgefühl.

    Gruß kevin

    Antworten
    1. Joachim SickerJoachim Sicker

      Servus Kevin,

      ja man muss echt sagen, die Reise war schon echt geil, aber auch anstrengend. Die Wäreme ist aber schon geil gewesen. Wir mussten uns aber ganz schön umstellen, als wir bei -6°C in München angekommen sind.

      Am Anfang haben wir etwas mehr Bilder gemacht, am Strand dann deutlich weniger da es nicht mehr soviel zum Knipsen gab 😉

      Insgesamt waren es…
      Bilder: 3536 (150 GB)
      Videos: ca. 200 (75GB)

      Mal sehen ich wollte aus den Filmschnippseln noch ein kleines Movie basteln. Dauert aber sicher etwas. 😉

      Grüße Joachim

      Antworten
  2. AvatarPeter

    Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll, da es teils lächerlich ist, was hier geschrieben wird!!

    Zum Thema Hupen:
    Wenn die Leute nicht Hupen würden, gäbe es nonstop Unfälle. Das ist in Jakarta wie auch Bangkok das gleiche.

    Hygiene
    Das einem hier schlecht wird, kann ich nicht nachvollziehen. Was wurde bitte gegessen?? Natürlich muss man mit einem gesunden Hausverstand essen was nun vieles auch ausschließt was man in Europa essen würde. Das schließt auch frische Dinge teils aus.

    Infrastruktur

    Was habt ihr erwartet? Deutsche Autobahnen?!

    Es scheint mir als wenn ihr völlig falsche Erwartungen hattet.

    Antworten
    1. Joachim SickerJoachim Sicker

      Hallo Peter,

      Das Fazit zu Myanmar spiegelt unsere Meinung wieder. Wenn du hier andere Erfahrungen gemacht hast, vor allem bei den Contrapunkten freut mich das.
      Ich bin mir nicht sicher ob du schon mal eine Lebensmittelvergiftung hattest… und ich sag mal in einem stark gewürzten Chickencurry schmeckt man das alte Hänchen nicht zwingend raus. Auch das Thema sonstige Hygiene war in umliegenden SOA Ländern in dennen wir bisher waren definitiv besser. (z.B. THAILAND / Vietnam). Aber wie gesagt… das ist unsere Meinung zu Myanmar!

      Du kannst natürlich gerne auch deine Erfahrunge zu Myanmar hier in den Kommentaren hier festhalten.

      Einen Rundumschlag das hier alles lächerlich ist, halte ich aber doch für unangemessen.

      Grüße Joachim

      Antworten

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