Als der Wecker um kurz vor 6 klingelte, wussten wir was uns auf uns zukommt. Zuerst gab es noch ein kleines Stärkungsfrühstück in Form von einem Ananaspancake und einen leckeren Lombok-Kaffee, bevor es dann endlich mit unserem deutschen Pärchen aus Kiel auf die Reise ging. Aufgestiegen sind wir dann erstmal auf einen Pick-up in Richtung des ersten Steps. Denn hatten wir schnell erreicht und es hieß aussteigen und losmarschieren. Die ersten Meter waren gut machbar und so erreichten wir nach kurzer Zeit unseren eigentlichen Startpunkt unserer Trekkingtour. Eigentlich dachten wir, dass wir uns hier registrieren müssen, aber so genau hat man das hier nicht genommen oder wir waren einfach schon angemeldet.

Also noch schnell ein Foto als wir noch einigermaßen normal aussahen und dann ging der Walk los. Die Strecke ist ins 3 Steps aufgeteilt wobei es noch den ein oder anderen Extrastop gibt. Die ersten Meter haben wir super gemeistert und zwar die ganze Gruppe. Als wir nach einer kurzen Zeit an Step I ankamen, war bei keinem von uns Anstrengung nachzuvollziehen. Das sollte sich aber ändern...

Schon zwischen Step I und Step II hatte Bianka Probleme mit ihrem rechten Knie. Es wurde bei ihr extrem beansprucht, da der Aufstieg teilweise aus doch hohen Stufen bestand die für Bianka mit ihren 1,61m einfach zu groß waren. Teilweise gingen ihr die Stufen bis zur Hüfte, was für einen normalen Aufstieg kontraproduktiv war. Angekommen an Step II gab es dann erstmal unser Mittagessen, was die Porter bis hier hingeschleppt hatten. Man muss echt sagen das die Burschen, die das Zeug hier hochschleppen, wirklich fit sein müssen. Für alles war gesorgt. Es gab gebratenen Reis mit  Ei / Gemüse und Chicken. Dazu ne Cola und Nachtisch gabs auch. Alles gekocht auf 2 einfachen Campingkochern von den 4 Burschen. Super Leistung und super Essen!

Nah gut 1,5h ging es dann leicht unterkühlt weiter. Der Schweiß war schon hier sichtbar und vor allem riechbar. Egal es ging immer weiter hinauf zum Gunung Rinjani. Die Stufen wurden gefühlt immer höher und höher, die Beine schon etwas schwächer. Während unseres Walks kamen wir dann auch an einem Stück vorbei, wo sich zu Zeiten des Erdbebens letztes Jahr, ein Stückchen des Weges abwärts bewegt hatte und einige Bäume mit in den Abgrund gerissen hatte. Es ist schon krass zu sehen, was Mutter-Natur für eine Kraft hat. Am Abgrund vorbei ging es immer weiter nach oben. Der Weg zwischendrin war doch recht schmal und hoch mit Gräsern bewachsen, sodass man nicht jede Wurzel sah und ab und an über eine drüber stolperte.

Wir kamen dann aber doch irgendwann an Step 3 auf gut 2130 m an. Von hier waren wir dann nur noch knapp 1h bis zum Nachtstopp entfernt. Endlich angekommen, sah man Bianka doch an, dass sie kaputt war. Mir ging es eigentlich noch relativ gut, aber perfekt wäre auch übertrieben 😉

Wir schlugen unser Zelt etwas unter dem Kraterrand auf, weil es ganz oben doch etwas kälter werden konnte durch den Wind, der hier stärker wehte. Wir ruhten uns dann für rund 30min aus bevor es das letzte Teilstück zum Kraterrand ging. Unser Guide meinte es sind rund 10min, gefühlt waren es aber mind. 30.

Endlich oben angekommen, konnten wir endlich den Ausblick in den Krater schauen. Ein unfassbar schöner Anblick, einem in mitten des Krater liegenden aktiven Vulkan (Gunung Barujari) beim Schlafen zuzuschauen. Er rauchte leicht und ihm Hintergrund konnte man den 3726m hohen Rinjani im Sonnenlicht erkennen. Die Wolken zogen immer wieder am Berg hoch, was einfach super toll aussah. Zwischenzeitlich hatten wir unseren Guide / Porter der mitgekommen war, unsere Jacke gegeben weil der Bursche sonst mega gefroren hätte. Er wusste wohl nicht wie lange wir da oben bleiben wollten ... 😀

Wir blieben dann noch eine Zeit oben und schauten uns den Sonnenuntergang an. Die Wolken wurden immer weniger und man erkannte sogar die Gilis von hier oben. Auch Bali konnte man erkennen. Alles strahlte in saftigen Rottönen was einfach unbeschreiblich schön aussah.

Kurz vor 18:00 Uhr ging es dann wieder runter zu unseren Zelten, wo wir schon mit Essen erwartet wurden. Auch diesmal war es wieder Klasse. Wir schauten uns noch den immer rötlich werdenen Himmel an bevor dieser Anblick von der klaren Sicht auf die Sterne abgelöst wurde. Da wir aber alle schon etwas müde waren ging es gegen 20 Uhr auch schon ins Zelt und bereit machen für die bevorstehende Nacht. Am Morgen wollten wir ja alle den Sonnenaufgang oben am Kraterrand beobachten. Die Nacht selbst war dann aber nicht so entspannt, da wir einfach nicht richtig schlafen konnten. Der Wind war doch spürbar und auch hörbar. Gerade oben am Kraterrand hörte man diesen mit richtig ungeheuerlichen Geräuschen. Noch dazu sind dann ab 1 Uhr Nachts Wildschweine und/oder Hunde um unser Zelt geschlichen und haben vermutlich etwas essbares gesucht, oder den Moschusgeruch meines T-Shirts gerochen.

Nach einer kurzen Nacht hieß es dann um kurz vor 5 aufstehen, kurz fertig machen und ab zum Krater zu marschieren. Da es Bianka immer noch etwas schlechter ging und sie die Befürchtung hatte, das es ihr einfach nicht gut gehen würde wenn sie jetzt mitgehen würde, blieb sie am Zelt bei den Portern und konnte von dort aus den Sonnenaufgang hinter dem Rinjani beobachten.

Maja, Christian, unser Guide und ich stiegen dann aber auf. Auch heute dauerte es wieder länger als die 10min die unser Guide für den Aufstieg vorgesehen hatte. Die Muskel waren etwas schwächer aber wir kamen auch heute oben an. Die Sicht auf den Vulkan war diesmal nicht von Wolken beeinträchtigt, allerdings war die Sonne etwas versteckt, sodass sie nicht ideal alles ausleuchten konnte. Dennoch war es egal... es war einfach traumhaft.

Mann musste nur aufpassen wo man hinstieg, da am Kraterrand deutliche Risse erkennbar waren. Unser Guide hatte uns darauf aber schon hingewiesen. Nach dem Sonnenaufgang ging es dann wieder zum Zeltplatz, wo wir dann auch gleich Frühstückten. Kurz darauf brachen wir dann aber auch schon auf und machten uns wieder auf den Weg nach unten. Das Tempo war für Bianka relativ hoch, was sich ab Step 2 dann doch deutlich an Knieschmerzen zeigte. Ab hier fing es dann auch leicht zu regnen an, was sich nach unten noch verstärkte. Angekommen an Step 1, waren die Schmerzen bei Bianka dann doch so groß das sie eigentlich nur noch runter wollten. Wir ließen sogar das letzte Essen ausfallen und gingen alleine mit dem Guide nach unten.

Endlich unten angekommen wurden wir auch schon wieder zur Unterkunft gebracht. Mittlerweile schüttete es in Strömen und wir waren froh eine Dusche nehmen zu können. Nach dem frisch machten gabs dann noch eine Cola und wir warteten auf Maja und Christian die nach dem Lunch mit den Portern das letzte Stück ohne uns gegangen sind.

Da wir das gleiche Ziel hatten (Sengiggi), fuhren wir die rund 2,5 h zusammen. Nach gut 5 min gab es den ersten Fahrerwechsel. Ein etwas jüngere Kerl stieg hinters Steuer und war selbst erstmal überrascht das er jetzt fahren muss. Kurz nach 17 Uhr kamen wir dann endlich an. Unsere Wege trennten sich.

Die nächsten zwei Tage heißt es Sonne am Meer tanken....

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner