Gestern Abend hatten wir bereits beschlossen, dass wir heute mal in Ruhe ausschlafen und das nachholen, was uns vom Flug noch fehlt. Vor allem da wir gestern während der Fahrt zurück ins Hotel eiskalt eingeschlafen sind, was unserem Fahrer ein Schmunzeln entlockte und die Frage, ob wir gut geträumt hätten.

Nach dem Aufstehen ging es also zum Frühstücken und den leckeren Pancakes. Während wir noch Pläne für den heutigen Tag schmiedeten, merkten wir ein leichtes Ruckeln unserer Stühle. Zunächst dachten wir beide, dass es der Wind gewesen wäre, der heute Morgen schon recht stark war. Aber dann wurde uns klar, dass es wieder ein Erdbeben war. Jedoch nicht stark und deshalb bei uns nur ganz ganz leicht zu spüren.
Nach dem gestrigen Strandtag hatten wir Lust auf mehr bekommen. Also entschieden wir uns für Strände nördlich von uns gelegen und nur ein paar Fahrminuten entfernt. Der erste war Setangi Beach mit schwarzem Sand (weiß kann ja jeder ;)). Auf dem Weg dorthin haben wir auf einem Feld eine kleine Gruppe beobachten können, die dort Erdbebenmessungen durchführen.
Der Strand war prächtig und mit dem schwarzen Sand schon echt atemberaubend schön und einfach herrlich. Die Wellen waren zu Beginn sehr kräftig, so dass wir ein bisschen weiter gegangen sind. Wir sind nach kurzer Zeit dann auf einen netten älteren Herren gestoßen, der Australier ist und dort auf einem Grundstück am Strand lebt. Er meinte man kann dort Schwimmen, aber die Wellen sind sehr stark, so dass man ein bisschen vorsichtig sein soll. Wir kamen ins Gespräch und er bot uns sogar seinen Schattenplatz am Strand an, um uns dort umzuziehen und es im Schatten zu genießen. Als "Lebensversicherung" gab er uns noch eine frische Kokosnuss mit. Diese sollten wir ins Meer werfen, um die Strömung zu sehen. Gesagt getan. Für uns als gute Schwimmer waren die Wellen und das Meer überhaupt kein Problem, zumal wir eh nur Plantschen wollten und nicht allzu weit raus gegangen sind.

Wir haben es dort eine ganze Weile ausgehalten, weil es so malerisch war. Im Schatten ließ es sich zudem gut aushalten. Der Australier hat das Grundstück einer Bungalowanlage vor ein paar Jahren gekauft. Er lebt dort nur und betreibt das Hotel nicht. So zu leben ist nicht die schlechteste Art. Er meinte auch, dass sich die Grundstückspreise in den letzten Jahren verdreifacht haben. Dennoch wäre es für uns vermutlich ein Schnäppchen, aber auch ziemlich weit um dort mal Kurzurlaub zu machen.
Nach ein paar Stunden sind wir wieder aufgebrochen und wollten weiter zum nächsten Strand. Auf dem Rückweg ist uns ein außergewöhnlicher Baum aufgefallen. Es hingen längliche braune "Nüsse" dran. Darin befand sich ganz weiches Material, wie Baumwolle. Aber es ist keine Baumwolle sondern der Kapokbaum. Diese "Baumwolle" wird als Füllmaterial und auch für Kleidung benutzt. Sehr interessant auf jeden Fall.
An der Straße kam bereits nach ein paar Minuten auch schon ein Taxi und hat uns zum Pantai Pandanan gebracht. Hier hat man viele Einheimische gesehen, die es sich in den kleinen Bambushütten am Strand gut gehen lassen, wie bei einem Picknick.
Umso nördlicher man kommt umso mehr nehmen auch die Beschädigungen an den Häusern zu. Jedoch liegt das nicht nur an dem Erdbeben sondern überwiegend an der schlechten Bauweise. Die Häuser werden nur aus Ziegeln und wenig Beton gebaut. Stahl wird hier kaum verwendet und mal ehrlich, wie soll das gut halten, wenn die Erde denn mal bebt. Es gibt in Mataram schließlich auch noch Häuser aus der Kolonialzeit und die Stehen immer noch und sind auch jetzt nicht stark beschädigt.
Am Ende vom Strand bin ich dann noch kurz in die Fluten gesprungen, bevor es zu dem Aussichtspunkt am Hügel ging. Von dort gab es atemberaubend schöne Aussicht zu genießen, die ihr euch am besten selbst anschaut.
Zurück wollten wir eigentlich wieder mit dem Taxi Richtung Hotel. Nach selbst einer halben Stunde war noch keines in Sicht. Wir änderten daher unsere Taktik und beschlossen zu Hitchhiken (bedeutet einfach die nächsten Personen mit einem Auto dort oben anzusprechen und zu fragen, ob sie uns Richtung Senggigi mitnehmen können). Gleich beim ersten Auto hätten wir mit drei netten jungen Männern echt Glück. Vorteil ist hier, dass es außer der einen Straße kaum andere Möglichkeiten gibt in die falsche Richtung zu fahren. Es gibt nur Nord oder Süd. In Seggigi wurden wir dann gefragt, wo wir denn hinwollten. Wir meinten Lina Hotel, aber sie könnten uns auch hier rauslassen. Sie wollten uns unbedingt am Hotel absetzen. Die ganze Fahrt war für uns umsonst. Die Menschen hier sind einfach gastfreundlich.
Dann nur kurz frisch machen und auf zum Abendessen. Nun sitzen wir gemütlich in der Bar und schreiben.
Bis morgen!

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